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Dienstag, 6. Juni 2023

Rezension zu "Verliebt auf Fehmarn" von Rebecca Schulz

humorvolle und herzerwärmende Liebesgeschichte


Buchdetails

eBook: 276 Seiten

Verlag: Piper

Erscheinungsdatum: 01.06.2023


★★★★★



*Klappentext (übernommen)*

Nach jahrelangem Single-Dasein sucht Friderike Hansen noch immer die große Liebe. Ihr Neustart auf ihrer Heimatinsel Fehmarn gerät jedoch aus den Fugen, als gleich zwei Anwärter ihr Herz erobern – Für Fans von humorvollen Liebesromanen wie Bridget Jones

»Weißt du, Perle, vielleicht solltest du allein glücklich werden. Das Leben ist zu kurz, um irgendeinem Mann nachzujagen, nur um es der Gesellschaft recht zu machen.«

Friderike Hansen ist 39 Jahre alt, ein klassischer Workaholic, Single und kinderlos. Nach Jahren in der Großstadt wagt sie als Buchhändlerin einen Neuanfang auf ihrer Heimatinsel Fehmarn, um endlich die große Liebe zu finden. Sowohl ihr Jugendfreund Jasper als auch ihr störrischer Nachbar Thies schleichen sich dabei in ihr Herz. Doch die Suche nach Mister Right stürzt sie in ein ungeahntes Gefühlschaos und der Neustart droht gänzlich in einem Desaster zu enden. Schließlich muss Rike eine Entscheidung treffen – und dabei zu sich selbst stehen.

 

*Meine Meinung*

"Verliebt auf Fehmarn" von Rebecca Schulz ist ein leichter und humorvoller Urlaubsroman. Hier geht es um die Suche nach der großen Liebe, die Friderike auf Fehmarn zu finden hofft. Ich kenne die Autorin von ihren humorvollen Möwen-Krimis, die ich liebe. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und humorvoll, schnell tauche ich in die Geschichte ein. Ich habe viel gelacht, manchmal auch nur geschmunzelt aber auch die Augen verdreht.

 

Rebecca Schulz hat die Atmosphäre der Insel gut eingefangen, so dass ich Lust bekommen habe, mir die Insel einmal anzuschauen. (Im Herbst ist es dann endlich soweit!)

 

"Grüne Wiesen, Weizen-, Gerste- und Rapsfelder so weit das Auge reicht und zartrosablühende Kirschbäume wie absichtlich gesetzte Farbtupfer. Der Frühling ist mit seiner beginnenden Farbenpracht die schönste Jahreszeit, um nach Fehmarn zu kommen."

Zitat: Kindle-Positionen 38-40

 

Die Charaktere sind authentisch und lebendig, Friderike ist eine taffe Frau, die ihr Glück selbst in die Hand nimmt. Sie liebt Bücher und versucht auch den Buchladen, indem sie arbeitet neues Leben einzuhauchen. Das macht sie mir sehr sympathisch. Aber sie hat auch eine andere Seiten… in manchen Situationen ist sie sehr naiv und am liebsten hätte ich sie ein paar Mal geschüttelt. Ihr Nachbar Thies ist ein Mann ganz nach meinem Geschmack, gutaussehend und geheimnisvoll, manchmal aber auch etwas grummelig. Er kümmert sich um Friderike, wenn sie in Not ist. Seine Kater Thunfisch ist der heimliche Star des Buches. Er liebt Rike und legt ihr ab und zu eine Maus auf ihre Terrasse. Und dann ist da noch Jasper, aus ihm werde ich nicht so schlau. Meint er es ernst mit Rike? Will er an ihre Jugendliebe anknüpfen?

 

*Fazit*

"Verliebt auf Fehmarn" ist eine humorvolle und herzerwärmende Liebesgeschichte, bei der es um einen Neuanfang und der Suche nach der großen Liebe geht. Tauche ein in die Welt von Fehmarn und erlebe, wie die Magie der Liebe zum Leben erwacht. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

 

Mein Dank geht an die Autorin Rebecca Schulz und dem Piper Verlag, die mir das eBook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Samstag, 27. August 2022

Interview mit Maria W. Peter zu dem Buch "Verrat in Colonia"



Hallo liebe Maria,

du bist zum 3. Mal auf der Shortlist zum Goldenen Homer und ich freue mich, dass ich im Zuge dessen, dein Buch "Verrat in Colonia" lesen durfte. Nun habe ich noch ein paar Fragen an dich, schön, dass du sie mir beantwortet hast:

 

Hat sich dein Autorenalltag durch Corona verändert?

Der Schreiballtag selbst hat sich bei mir dadurch wenig verändert, da Schreiben ja ohnehin eine eher einsame Beschäftigung im stillen Kämmerchen ist. Allerdings machten es mir die Monate des Homeschooling schwieriger, Zeit zum konzentrierten Arbeiten zu finden, da meine kleine Tochter dann ausschließlich zu Hause für die Schule lernte. Was sich allerdings stark verändert hatte, war die Art der Recherche. Coronabedingt musste ich meine Reisen zu den Schauplätzen stark konzentrieren, mich mit den historischen Experten meist telefonisch oder online austauschen, statt persönlich bei einer Tasse Kaffee. Und natürlich machte ich aus Infektionsschutzgründen deutlich weniger Lesungen als zuvor.

 

 

Wie sieht ein Arbeitstag bei dir aus? Zu welcher Tageszeit schreibst du? Zu welcher Zeit kommen deine besten Einfälle? Hast du auch Wochenende oder Urlaub? Oder schreibst du immer? 

Irgendwie arbeite ich tatsächlich (fast) immer. Wenn ich nicht buchstäblich in die Tasten haue, kritzele ich Ideen auf ein Stück Papier, denke über Plots und Figuren nach. Oder ich recherchiere zu den unterschiedlichsten historischen Themen. Irgendwie schaffe ich es nur selten, irgendetwas zu tun, ohne dass meine Gedanken früher oder später wieder zu irgendwelchen Romanprojekten abschweifen. Am kreativsten sind für mich die Morgenstunden. Da bin ich frisch, energiegeladen und voller Ideen. Aber auch am Abend habe ich meist sehr produktive Phasen. Urlaub gönne ich mir nur selten, wobei ich eine große, bunte Familie habe, die mich zeitlich sehr beansprucht und für die ich immer da sein möchte. Doch gibt es einen Tag im Jahr, den ich mir tatsächlich komplett freihalte, meinen „Boxing Day“, den 26. Dezember, (den traditionellen Urlaubstag des Dienstpersonals in der britischen Welt). Da schicke ich den Rest meiner quirligen und lauten Familie auf Verwandtenbesuch und gönne mir einen Tag, an dem ich wirklich überhaupt keine Verpflichtungen habe, noch nicht einmal Kochen.

 


 

Hast du Schreibrituale/-routinen?  

Schreibrituale im engeren Sinne habe ich nicht. Jedes Buch ist irgendwie anders und möchte auf seine eigene Art angegangen werden. Keine Ahnung wieso. Wie gesagt, arbeite ich am allerliebsten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, ganz alleine, ohne irgendwelche Geräusche um mich herum, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und einem schönen Roman an meiner Seite, von dem ich mir in meinen eigenen Schreibpausen dann ein Kapitel gönne. Das ist meine persönliche Idealvorstellung. In der Realität sieht es aber oft anders aus, da reichen die wenigen wirklich ruhigen Stunden am Tag nicht aus. Also schreibe ich auch, wenn ich meine Tochter zum Sport oder zur Musikschule bringe und im Auto auf sie warte. Oder höre laute Musik über Kopfhörer, um mich an unruhigen Nachmittagen von der Außenwelt abzuschirmen und meine Muse dazu zu zwingen, Ideen auszuspucken. Alles was hilft, den Schreibfluss in Gang zu halten, ist mir willkommen.

 

 

Bei Wikipedia habe ich gelesen, dass du seit deiner Kindheit schreibst und auch verschiedene Genres ausprobiert hast. Heute schreibst du im historischen Bereich, fühlst du dich hier am wohlsten? Kannst du dir vorstellen auch mal einen Roman in der Gegenwart zu schreiben? 

Ja, absolut. Am liebsten im Bereich Krimi. Das würde mir Spaß machen.

 

 

Was fasziniert dich denn an dem 3. Jahrhundert? Und wie recherchierst du dazu? 

Mich fasziniert die Römerzeit allgemein, die gallorömische Welt im Speziellen, also die Verschmelzung keltischer Kultur und Tradition mit der römischen, wie es besonders in der Moselregion der Fall war. Daher spielen meine Invita-Romane auch vorwiegend an Mosel, Saar und Rhein, in der Welt meiner Vorfahren sozusagen. Das dritte Jahrhundert ist nur eine der vielen spannenden Epochen, eine Phase der politischen Umbrüche und Umwälzungen. Römische Kaiser, die auf kriegerische Art, mit der Unterstützung ihrer Armeen an die Macht kamen, römische Statthalter mit wechselhaften Loyalitäten. Und nicht zuletzt Alemannen und Franken, die damals Rhein und Limes überschritten, römische Siedlungen und Gehöfte überfielen.

Die historische Recherche empfinde ich immer als ganz besonders zentral. Am Anfang eines neuen Projektes stöbere ich meist erstmal im Internet, suche die wichtigsten historischen Daten zusammen. Dann sichte ich die Literatur, kaufe oder leihe Fachbücher, spreche mit Historikern und erarbeite auch die Mentalität der Menschen dieser Zeit. Anschließend entwickele ich die Handlung und besuche die Originalschauplätze, suche Sekundärliteratur, aber – falls vorhanden - auch Originalquellen in Archiven, befasse mich mit historischen Inschriften und ihrer Deutung und lese auch Briefe und Beschreibungen von Zeitzeugen. Jedes noch so kleine Detail muss stimmen, bis hin zur Farbe der Stoffe, dem Muster der Mosaike, Wandbemalungen, Speisen, Traditionen... und natürlich alle Orte, Städte und Straßen, die ich beschreibe. Dazu mache ich – wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht - mehrere Recherchereisen, verbringe viel Zeit in Museen und im Gespräch mit Experten. Auch während des Schreibens konsultiere ich immer wieder Historiker, lasse verschiedene Kapitel, meist aber das gesamte Manuskript noch einmal von ihnen überprüfen.

 

 

Wenn du deine Geschichte schreibst, fühlst du dich ins 3. Jahrhundert ein? Kannst du dir vorstellen, selbst in dieser Zeit zu leben? 

Um Himmels Willen nein! Um nichts in der Welt würde ich die gute medizinische Versorgung, den Rechtsstaat und die Demokratie unserer heutigen Zeit gegen irgendeine frühere Epoche eintauschen. So spannend ich die Römerzeit – und andere Jahrhunderte der Vergangenheit – auch finde, mehr als eine kurze Zeitreise zwecks Recherche, würde ich dorthin nie machen wollen.

Dennoch bin ich geistig und emotional sehr wohl in den Epochen zuhause, über die ich schreibe. Meist recherchiere ich sehr lange und sehr intensiv über die Zeit, auch darüber, wie die Menschen damals dachten und fühlten. Bevor mein erster Römerroman auf den Markt kam hatte ich mich zuvor fast zwanzig Jahre mit der Römerzeit befasst, an der Uni Alte Geschichte und Klassische Archäologie belegt, in der Schule Latein gelernt und später selbst unterrichtet – bis mir die damalige Weltsicht, ihre Denkweisen, Alltag und Politik quasi in Fleisch und Blut übergegangen waren. 

 

 

Ich finde es spannend, dass du eine Sklavin zur Hauptperson und Ermittlerin gemacht hast? Wie bist du darauf gekommen? 

Das war irgendwie Zufall, eine spontane Idee, geboren aus einem dieser mysteriösen Inspirationsschübe, die man als Autor zwar kennt, aber nur schlecht erklären kann. Bereits als Teenager hatte ich mich an einem Römerroman versucht, der zur Zeit der römischen Republik angesiedelt war. Nach meiner Rückkehr aus den USA, wo ich Journalismus studiert hatte, schrieb ich den Rohentwurf eines Buches, das zur Zeit des Kaisers Septimius Severus, also im 2. Jahrhundert n. Chr. angesiedelt war. Das Thema Sklaverei spielte dabei zwar auch immer eine gewisse Rolle, doch nie hatte ich es gewagt, eine Sklavin zur weiblichen Hauptfigur zu machen. Doch plötzlich war da Invita in meinem Kopf, diese vorlaute Sklavin, die sich aufgrund ihrer Neugierde und Begeisterung für verbotene Schriftrollen stets in Schwierigkeiten bringt... und diese Figur hat mich bis heute nicht losgelassen.

 


 

Ist das Ermitteln der Sklavin Invita deine dichterische Freiheit oder meinst du, sie hätte wirklich zu dieser Zeit ermitteln können? 

Wer meine Bücher kennt, weiß, dass ich mir so etwas wie dichterische Freiheiten nie erlauben würde. Meine Romanhandlungen basieren stets entweder auf tatsächlichen historischen Ereignissen oder darauf, wie es, nach allem, was wir durch die archäologische und historische Forschung wissen, gewesen sein könnte. Das gilt natürlich auch für die Figuren in meinen Büchern. Tatsächlich gab es in der Römerzeit sehr viele hochgebildete Sklaven, die durchaus darüber im Bilde waren, was im Haushalt oder auch in der Politik vor sich ging. Viele Politiker hielten sich sehr bewusst Sklaven und Freigelassene als Berater. Zudem kann eine Sklavin wie Invita auch in solchen Milieus unbemerkt Nachforschungen anstellen, in denen ein hochrangiger römischer Bürger gleich Misstrauen erregt hätte, zum Beispiel der Gesindeküche oder den Heizräumen.  Allerdings begibt sich eine Sklavin wie Invita durch ihre Neugierde auch in größere Gefahr, da sie sehr oft, ohne die Zustimmung – oder das Wissen - ihres Herren agiert.

 

 

Als du den ersten Teil geschrieben hast, hattest du schon die anderen Geschichten im Kopf?  Wieviele Teile sind angedacht? 

Von Anfang an war mir klar, dass die Geschichte um Invita der erste Band einer Serie sein würde. Ich persönlich liebe Romanserien, da man darin immer wieder auf alte Bekannte trifft und eine umfangreiches Geschichte mit vielen ineinander verwobenen Fäden entwickelt werden kann, während zugleich jeweils ein Teil der Handlung, ein bestimmtes Thema, mit jedem Band zentral beleuchtet und auch abgeschlossen werden darf. Die Invita-Reihe ist auf sechs Bände angelegt, wobei die Bände mit ungeraden Nummern, also 1,3 und 5 eher gesellschaftliche oder auch philosophische Themen, die geraden Bände, also 2,4 und 6 eher eine politische, bisweilen auch militärische Thematik aufweisen.

 

 

Ich bin seit Kindertagen eine Leseratte und mein Geschmack hat sich immer mal wieder geändert. Ist es bei dir auch so. Welchen Genre liest du aktuell am liebsten? Welches Buch ist dein Currently Reading? 

Ja, das kenne ich auch. Geschmäcker ändern sich, gerade mit dem Lebensalter und den eigenen Lebenserfahrungen, die man so gemacht hat. Doch irgendwie mochte ich immer gerne historische Themen und Science Fiction, (seltsame Mischung, ich weiß). Später kam dann auch noch die Kriminalliteratur hinzu, die mich im historischen Kontext ebenso fasziniert wie in der Jetztzeit.

Tatsächlich ist mein bevorzugtes Romangenre auch die historische Kriminalliteratur, aber grundsätzlich lese ich alles querbeet. Solange die Sprache etwas in mir, als Leserin, zum Klingen bringt, Handlung und Figuren überzeugen, ist es mir beinahe gleichgültig, ob das Buch auf dem Mond oder in der Antike angesiedelt ist, in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft spielt.

Gerade lese ich aber wieder verschiedene historische Krimreihen.

 

 

2018 hast du ja den "Goldenen Homer" gewonnen. Darüber warst du bestimmt richtig glücklich. Was hast du gedacht als du dieses Jahr wieder auf der Shortlist gekommen bist? 

Tatsächlich kam ich mit „Verrat in Colonia“ bereits zum dritten Mal auf die Shortlist für den Goldenen Homer – zuvor 2015 mit „Die Küste der Freiheit“, einem Roman über deutsche Auswanderer, Mennoniten und Soldaten während der Amerikanischen Revolution und dann 2018 mit „Die Festung am Rhein“, die letztendlich auch mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Jedes einzelne Mal habe ich mich über alle Maßen darüber gefreut. Es ist mir eine ganz besondere Ehre, für einen Preis nominiert zu sein, bei dem der historische Aspekt der Handlung eine ebenso große Bedeutung hat, wie Spannung, Dramaturgie, Figuren und Sprache. Das zeigt mir, dass sich all die Mühen der jahrelangen Recherche ausgezahlt haben, es mir gelungen ist, meine Leserinnen und Leser in eine versunkene Vergangenheit mitzunehmen.

 

 


Danke liebe Maria, für deine Zeit und deine interessanten Antworten. Für den 1. Oktober 2022 in Ingolstadt drücke ich dir beide Daumen.

(Die Fotos wurden mir von der Autorin zur Verfügung gestellt.)

Dies ist der vierte Fall mit der Sklavin Invita:


Hier habe ich eine Liste mit Links der Interviews von den anderen Autoren auf der Shortlist:

 

30. Juli 2022 – Ullas Leseecke interviewt Petra Schier

30. Juli 2022 – Carmens Bücherkabinett interviewt Mac P. Lorne

6. August 2022 – Frau Goethe liest interviewt Johanna von Wild

6. August 2022 – Buchtempel interviewt Silke Böschen

13. August 2022 – Lesebuch interviewt René Anour

20. August 2022 – Bücherheike interviewt Birgit Hermann

20. August 2022 – Das Bücherhaus interviewt Marco Hasenkopf

27. August 2022 – Angeliques Leseecke interviewt Maria W. Peter

27. August 2022 – Svanvithe interviewt Juliane Stadler

3. September 2022 – Nicht ohne Buch interviewt Ana Pawlik

3. September 2022 – Kunterbunte Bücherreisen interviewt Ulf Schiewe                                                                                                                                       

 

Die Termine der Lesungen findet ihr hier:












Petra Schier: https://youtu.be/AXTgJzRDiyA

Mac P. Lorne: https://youtu.be/44oLsScAFWQ

Johanna von Wild: https://youtu.be/k4LjD8k7OgU

Silke Böschen: https://youtu.be/6WD4-0vko-Q

René Anour: https://youtu.be/EYlRJr3OpbE

René Anour: https://youtu.be/r6KUcsablsI

Birgit Hermann: https://youtu.be/AOgqRYxMcig

Marco Hasenkopf: https://youtu.be/GmJMGhliLZA

Maria W. Peter: https://youtu.be/if7ftaIGJTo

Juliane Stadler: https://youtu.be/jsex4AXWCB8

Ulf Schiewe: https://youtu.be/rEtSgDXgDCE

Ana Pawlik: https://youtu.be/4S3M1wZKDDc



Dienstag, 26. April 2022

Rezension zu "Verrat in Colonia" von Maria W. Peter

Intrigen und Verrat, wer ist Freund, wer ist Feind, Invita ermittelt


Buchdetails

Ausgabe: Taschenbuch

Seitenanzahl: 468 Seiten

Verlag: Piper

Erscheinungsdatum: 01.07.2021


★★★★★




*Klappentext (übernommen)*

Ein grausamer Mord, eine blutige Belagerung – der Kampf um die Vorherrschaft am Rhein hat begonnen. Invitas neuer Fall von Bestsellerautorin Maria W. Peter

»Aber der Mensch denkt, das Schicksal lenkt – und als Sklave weiß man ohnehin nie, was der nächste Tag mit sich bringt.«

Das römische Köln und Bonn im 3. Jahrhundert n. Chr.: Während immer wieder Überfälle germanischer Stämme die römische Rheingrenze verunsichern, wird ein hoher Beamter im Bad des Praetoriums ermordet aufgefunden. Sogleich fällt der Verdacht auf den germanischen Kriegsgefangenen Flavus. Da ihm Folter und Hinrichtung drohen, versucht seine Geliebte Invita, Sklavin des Statthalters, den wahren Schuldigen zu finden. Dabei gerät sie in einen Strudel von Verrat und Verschwörung, welcher die gesamte germanische Provinz in den Abgrund zu reißen droht...

*Meinung*

"Verrat in Colonia" von Maria W. Peter ist der vierte Fall, indem die Sklavin Invita ermittelt. Für mich ist es der erste Roman, den ich aus dieser Reihe lese. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man die Bände unabhängig voneinander lesen. Und das kann ich bestätigen, ich hatte keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin sehr gut, er ist spannend und sehr bildgewaltig.

 

Zitat Seite 427:

"Ein sanfter Wind strich über die Ebene, über das kurzgeschnittene Gras zwischen den Grabmomenten und durch die Zweige der Bäume, deren sich langsam verfärbenden Blätter leise raschelten, als wollten die Verstorbenen der Welt der Lebenden etwas zuflüstern."

 

Durch die anschaulichen Beschreibungen der Autorin von den Ereignissen, dem Essen, den Menschen und der Stadt aus dem Jahre 260 nach Christi kann ich mir die Epoche gut vorstellen. Der Unterschied Sklave/Sklavin zu seiner/ihrer Herrschaft ist gut dargestellt worden. Einzig das Duzen der Sklaven hat mich überrascht, irgendwie hätte ich nicht gedacht, dass es damals so hätte sein können. Aber ich habe auch nichts Gegenteiliges im Netz gefunden.

 

Die Handlung ist spannend und fesselnd, wobei auch immer wieder das private Leben von Marcella und ihrer Sklavin Invita beschrieben wird. Diese Mischung aus Spannung und Ruhe gefällt mir sehr gut und fördert meinen Lesefluss.

 

In jedem einzelnen Satz spürt man die Liebe von Maria W. Peter zum römischen Reich, ich finde den Roman richtig gut recherchiert. Im Nachwort erzählt uns die Autorin einiges zu ihren Recherchen und bringt mir das Buch noch ein Stückchen näher. Auch gibt es ein Glossar, der die mir unbekannten Worte beschreibt und ein Personenregister.

 

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und lebendig. Invita ist seit ihrer Geburt Sklavin und  hat schon viel Schlechtes erlebt. Nun lebt sie im Haus von Marcellas Vater und wird hier richtig gut behandelt. Invita ist mutig, neugierig und wissbegierig. Um ihren Gefährten Flavus vor dem Tod zu retten, will sie den Mord aufklären und begibt sich dabei selbst in Gefahr.

Marcella ist eine aufgeschlossene und auch mutige Frau, die Invita mit sehr viel Respekt behandelt. Außerdem fühlt sie sich dem Christentum nah und hilft den Ärmsten der Stadt. Beide haben mein Herz im Sturm erobert. Es gibt auch unsympathische Charaktere, die Maria W. Peter genauso liebevoll zeichnet. Saloninus Caesar und sein Berater Silvanus sind zwei, die mir von Anfang an unsympathisch waren, die beiden muss man mit Vorsicht nehmen. Sie sind manipulativ und herrisch.

 

*Fazit*

Dies ist ein gut recherchierter Kriminalroman, der im 3. Jahrhundert nach Christi spielt. Mich konnte der Fall, die Epoche und der Schreibstil der Autorin fesseln und überzeugen. Er hat mir eine spannende Lesezeit beschert. Wer Krimiromane und das römische Reich liebt, ist hier genau richtig. Ich kann diesen Band vollstens empfehlen, wobei ich als Anfänger mit Band 1 " Fortunas Rache" starten würde.

Ich durfte dieses Buch im Rahmen eine Blogtour zum Homerliteraturpreis 2022 lesen. Dieser Roman steht auf der Shortlist und ich bin gespannt, ob er Anfang Oktober gewinnen wird.

Außerdem möchte ich mich bei dem Piper Verlag, Maria W.Peter und Heike Stepprath für dieses Rezensionsexemplar bedanken.

Donnerstag, 24. Februar 2022

Handlungsorte und Rezension zu "Töchter der Speicherstadt - Der Duft von Kaffeeblüten" von Anja Marschall

 


Es ist der 4. Tag unserer Blogtour.

Wir haben schon einiges über Kaffee gelernt, wir haben eine Tour durch die Speicherstadt gemacht und gestern haben wir einige Protagonisten kennengelernt.

Heute erzähle ich euch etwas über einige Handlungsorte.

 

Hamburg

Vor Jahren habe ich mich in die Stadt Hamburg verliebt, ich kann gar nicht genau sagen, warum. Es war einfach ein Gefühl. Die Atmosphäre, die Menschen, die Einkaufsmöglichkeiten, die Sehenswürdigkeiten, die Parks, die Nähe zum Wasser uvm. haben mich fasziniert.

Am liebsten hätte ich mir dort einen Job und eine Wohnung gesucht, aber leider kam das Leben dazwischen…

Nun habe ich die Möglichkeit etwas über meine Lieblingsstadt zu schreiben.

 

Hamburg ist ein Stadtstaat im Norden von Deutschland, hat 1,85 Millionen Einwohner und ist damit die zweitgrößte Stadt von Deutschland. Es gibt etwa 2500 Brücken, damit ist sie eine der brückenreichste Stadt in Europa, hat sogar mehr als Venedig.

 

Hamburg ist eine sehr grüne Stadt, ca. 1460 Parks und Grünflächen laden zum Verweilen an. Dort hat man nicht das Gefühl in einer Großstadt zu sein.


Speicherstadt

Der Baubeginn der Speicherstadt in Hamburg begann 1883 und nach 3 Bauabschnitten wurde sie 1927 fertiggestellt.

1887 wurde hier die Kaffeebörse, hier wurden wohl in der ersten Jahren 24 Millionen Jutesäcke Kaffee aus Brasilien und Zentralamerika gehandelt. Wow, ich finde für damalige Verhältnisse ist das eine enorme Menge.

Seit 1991 steht sie unter Denkmalschutz.


Dovenhof


Während der Kaffee in der Speicherstadt gehandelt, gelagert und geröstet wurde, befanden sich die Büroräume im Dovenhof. Dieser Bürokomplex wurde 1885/1886 erbaut und galt als das erste Kontorhaus der modernen Art.




Heute werden ca. 1,2 Mio Tonnen Rohkaffee pro Jahr importiert, davon wird der größte Teil im Hamburger Hafen gelagert und geröstet.

 

Villa Behmer



Die Villa von Behmer lag an der Elbe und muss ziemlich groß sein.

So stelle ich sie mir vor.






Lokstedt

Nach dem Auszug aus der Villa landen Maria und ihre Familie in einen kleineren Haus in Lokstedt.

Hier fühlten sich die Frauen Marie, Stine und Cläre wesentlich wohler.

Lokstedt war damals noch ein Vorort von Hamburg.

Bis 1866 gehörte Lokstedt zu Dänemark. Ende des 19. Jahrhundert ließen immer mehr reiche Hamburger Familiendort ihre Sommer-/Landhäuser bauen. Auch der Fortschritt ließ nicht lange auf sich warten, 1891 wurden dort elektrische Straßenlaternen aufgestellt.

 

 

Brasilien

Kaffee und Brasilien zwei Dinge, die zusammengehören.

Es gibt 4 Milliarden Kaffeepflanzen in Brasilien, das sind 26,7% weltweit.

Der brasilianische Kaffee ist sehr vielseitig im Geschmack, er ist mild und gleichzeitig würzig, hat wenig Säure und er kann sogar leicht nach Meerwasser schmecken.

Deutschland ist der zweitgrößte Abnehmer.


Der Hafen von Santos

Kaffeeplantage


 









Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Hafen

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-Lokstedt

https://de.wikipedia.org/wiki/Dovenhof

https://de.wikipedia.org/wiki/Speicherstadt

https://www.gewuerzkarawane.de/kaffee/brasilien.html

https://kaffee-spezialisten.com/brasilien-und-der-kaffeeanbau/

https://www.kaffeezentrale.de/brasilien


Ich hoffe, das ich euch etwas neugierig auf die Geschichte der Familie Behmer machen konnte.

Und wenn nicht, kommt hier noch meine Rezension:



Eine wunderbare Frau erobert Hamburg und die Kaffeewelt

 

*Klappentext (übernommen)*

Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee und der Traum von Freiheit

 

Drei starke Frauen in bewegten Zeiten: Band 1 der großen Familiensaga rund um den Aufstieg einer Hamburger Kaffeedynastie vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte zwischen 1889 und 1989.

 

Hamburg 1889: Als die junge Brasilianerin Maria den Kaffeehändler Johann Behmer heiratet, fühlt sie sich fremd in Hamburg und einsam in Johanns zerstrittener Familie. Doch Maria ist eine Kämpferin, und als Tochter eines Kaffeeplantagenbesitzers liegt ihr das »schwarze Gold« im Blut. Begierig lernt sie in der neu eröffneten Speicherstadt alles, was man über den Handel mit dem Luxusgut wissen muss. Schon bald erweist sie sich als kluge Geschäftsfrau. Aber dann beginnt der Erste Weltkrieg, der Kaffeehandel kommt fast zum Erliegen, und Maria merkt, dass jemand in der Familie ihren Mann aus der Firma drängen möchte ...

 

*Meine Meinung*

"Töchter der Speicherstadt - Der Duft von Kaffeeblüten" von Anja Marschall ist der erste Teil einer Trilogie. Es geht um die Geschichte der Familie Behmer, die im Kaffeehandel tätig ist. Im ersten Teil geht es um Maria und deren Eingewöhnung in die Hamburger Familie.

Ich kenne die Autorin von ihren historischen Krimis rund um Kapitän Hauke Sötje. Der Schreibstil von Anja Marschall gefällt mir richtig gut, er ist spannend und fesselnd. Die Autorin beschreibt die Begebenheiten authentisch und bildhaft, ich kann die Atmosphäre gut nachvollziehen. Beim Lesen spürt man außerdem, wie akribisch die Autorin recherchiert hat. Ich habe noch nicht viele historische Romane gelesen und muss sagen, Anja hat mit diesem Buch mein Interesse für diese Zeit geweckt.

 

Die Charaktere sind lebendig und facettenreich. Mit Maria Pereira da Silva hat Anja eine wunderbare Frau erschaffen, die das Leben zu meistern weiß. Im Laufe des Buches entwickelt sie sich enorm. Maria muss sich in einem fremden Land, das von Männern dominiert und regiert wird, durchsetzen. Hass und Intrigen begegnen ihr täglich. Schnell hat sie mein Herz im Sturm erobert, ihr freundliche und sympathische Art, ihren Mut, ihre Durchsetzungskraft und ihre Hoffnung habe ich sehr bewundert.

Ihr Mann Johann ist erheblich älter als sie, doch gerade am Anfang kann ich ihn mir sehr gut als Ehemann für Maria vorstellen. Mit der Zeit wird er immer ernster und kann seine Gefühle nicht zeigen. Hier wechselten meine Sympathien häufig. Aber auch die nicht so sympathischen Charaktere sind glaubhaft dargestellt, bei manchen wurde ich richtig wütend und sauer.

Mir gefällt es richtig gut, wenn ich mich in die Gefühle der einzelnen hineinversetzen kann.

 

Auch die Beschreibungen der Handlungsorte sind bildhaft und ich kann mir alles gut vorstellen. Angefangen über Brasilien nach Hamburg, in den Hafen, in die Speicherstadt und in die Villa an der Elbe.

 

*Fazit*

Mir hat der erste Teil "Töchter der Speicherstadt" von Anja Marschall richtig gut gefallen. Das ist eine Zeit von der ich gerne mehr lesen möchte und bestimmt auch werde. Danke Anja.

Wer historische Romane mag, die von starken Frauen handeln und auch eine gewisse Spannung haben, ist hier genau richtig. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

Zum Glück muss ich auf die nächsten beiden Bände nicht lange warten.




Heute ist auch der Erscheinungstermin des ersten Bandes "Der Duft von Kaffeeblüten".

Band 2 "Der Geschmack von Freiheit" erscheint am 28.04.2022

Band 3 "Das Versprechen von Glück" erscheint am 28.07.2022


Hier sind nochmal alle Stationen der Blogtour:

21. Februar 2022: Thema Kaffee bei buch - leben

22. Februar 2022: Rundgang Speicherstadt bei Ullas Leseecke

23. Februar 2022: Figurenvorstellung bei Kunterbunte Bücherreisen 

24. Februar 2022: Handlungsorte bei mir

25. Februar 2022: Frauen im 19. Jahrhundert/Kaiserreich bei Lesenswertes aus dem Bücherhaus

26. Februar 2022: Interview als Podcast bei Frau Goethe liest