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Montag, 5. Juni 2023

Rezension zu "Die Rückkehr der Kraniche" von Romy Fölck

Eine wunderbare Familiengeschichte, einfühlsam und berührend


Buchdetails

Ausgabe: Gebundens Buch

Umfang: 336 Seiten

Verlag: ROWOHLT Wunderlich

Erscheinungsdatum: 16.08.2022


★★★★★


*Klappentext (übernommen)*

Ein Familienroman aus Norddeutschland: Ein altes Haus inmitten der Elbmarsch, die Kraft der Natur und drei Frauengenerationen, die nach Jahren dort wieder zusammenkommen.

Gretes Zufluchtsort ist die Natur, vor allem das Gebiet in der Marsch, wo sie als Vogelwartin arbeitet. Ihr ganzes Leben hat sie hier verbracht: Erst kümmerte sie sich um ihre Tochter Anne, dann brauchte ihre Mutter Wilhelmine zunehmend Unterstützung mit Haus und Hof. Jetzt, kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, bietet sich eine Chance, aus den gewohnten Bahnen auszubrechen.

Doch als Wilhelmine stürzt, gerät Gretes Plan ins Wanken. Ihre jüngere Schwester Freya reist aus Berlin an. Will sie wirklich helfen oder vielmehr ihrem eigenen Leben entfliehen? Auch Anne ist gekommen, um der geliebten Oma nahe zu sein. Doch das Verhältnis zu ihrer Mutter Grete ist angespannt - vielleicht weil Grete bis heute beharrlich darüber schweigt, wer ihr Vater ist. Und auch Wilhelmine wahrt noch ein Geheimnis und muss bald entscheiden, ob sie es mit ins Grab nehmen möchte.

*Meine Meinung*

"Die Rückkehr der Kraniche" von Romy Fölck ist ein wunderbarer und einfühlsamer Roman. Bisher kenne ich Romy Fölck als begnadete Krimischreiberin und bin ganz neugierig auf ihren ganz anderen Roman. Ich bin nicht enttäuscht worden, das Buch hat mich von Anfang an fasziniert und sehr berührt. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und emotional, schnell bin ich in der Geschichte und kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Es geht um drei Generationen von vier Frauen, die sich irgendwie auseinandergelebt haben. Jeder hütet ein Geheimnis, was Spannungen verursacht.

Die Geschichte dreht sich unter anderem um das Älterwerden und die Herausforderungen, mit denen die Protagonistin konfrontiert wird. Dabei geht es nicht nur um körperliche Veränderungen, sondern auch um die Frage, wie man sich in einer sich verändernden Welt zurechtfindet. Ein weiteres zentrales Thema des Romans ist der unerfüllte Kinderwunsch und die damit verbundenen Schmerzen und Enttäuschungen. Die Autorin schafft es auf einfühlsame Weise, die innere Zerrissenheit und den Schmerz von einer der Protagonistin für den Leser spürbar zu machen. Doch "Die Rückkehr der Kraniche" ist nicht nur ein trauriges Buch, sondern auch eine Geschichte über den Mut, ungelebte Träume zu verwirklichen. Eine der Frauen wagt einen Neuanfang und setzt sich mit ihrer Vergangenheit auseinander, um endlich das Leben zu führen, das sie sich schon immer gewünscht hat. Romy Fölck schafft es die knisternde Atmosphäre gut mit Worten zu beschreiben.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und mit Liebe entwickelt. Sie sind facettenreich und nicht immer einfach zu händeln. Grete ist eine Frau in den mittleren Jahren, der nach jahrelanger Fürsorge für ihre Tochter und Mutter, ein Chance hat, ihren Traum zu erfüllen. Da ich nur ein paar Jahre älter bin als und alleinerziehend war, kann ich mich gut in Grete hineinversetzen. Ihre Sorgen und Probleme sind mir nicht ganz fremd. Ich finde alle Hansen-Frauen sympathisch, jede auf ihre eigene Art und Weise. Durch die wechselnden Erzählperspektiven kann ich mich in jede einzelne einfühlen. Das gefällt mir besonders gut.

 

*Fazit*

"Die Rückkehr der Kraniche" ist ein wunderbarer und einfühlsamer Roman, der uns Leserinnen und Lesern wertvolle Einsichten über das Leben vermittelt und Mut macht, auch in schwierigen Situationen nicht aufzugeben. Wer Romane mit starken Frauen liebt, ist hier genau richtig. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

 

Mein Dank geht an den Rowohlt Verlag, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Donnerstag, 1. Juni 2023

Rezension zu "Es war einmal in Brooklyn" von Syd Atlas

Hatte etwas Anderes erwartet, der Klappentext hat mich verwirrt


Buchdetails

Ausgabe: Gebundenes Buch

Umfang: 288 Seiten

Verlag: ROWOHLT Kindler

Erscheinungsdatum: 14.03.2023






*Klappentext (übernommen)*

Es ist der heiße Sommer 1977 in Brooklyn. Juliette und David sind 17 Jahre alt und leben mit ihren Familien Tür an Tür. Seit Kindheitstagen sind sie beste Freunde, als sie ihre Action-Figuren auf den Grill legten, um deren Schmelzen zu beobachten. In ihrer Highschool sind sie Außenseiter, aber nach diesem Sommer wird das Leben für beide ein anderes sein. Juliette wird die Stadt verlassen und aufs College gehen, der schwer kranke David hingegen weiß gar nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Als Juliette eines Abends mit dem charmanten Pizzaboten Rico auftaucht, begreift David sofort, dass er handeln muss: Denn er liebt Juliette, und er hat nichts mehr zu verlieren ... Doch während sie ihren ersten Kuss erlebt und David allein das Yankees-Spiel auf seinem kleinen Fernseher verfolgt, wird plötzlich alles dunkel. Der große Blackout lässt New York im Chaos versinken. Als nach 25 Stunden das Licht wieder angeht, ist nichts mehr so, wie es einmal war.

 

*Meine Meinung*

"Es war einmal in Brooklyn" von Syd Atlas ist eine Geschichte, die mich nicht wirklich packen konnte. Nach dem Lesen des Klappentextes habe ich eine andere Story erwartet. Zuerst lernen wir Juliette und David kennen, die Entwicklung ihrer Freundschaft. Und was das Auftauchen von Rico für Auswirkungen auf diese hat.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, lässt eine gewisse Spannung entstehen und gerade am Anfang entsteht eine Tiefe, die mit gefesselt hat. Doch im Laufe des Buches fällt es mir immer schwerer, der Geschichte zu folgen.

 

Was ich echt schade finde, dass von dem Blackout nur so wenig erzählt wird. Auf die Vorgänge innerhalb der Stadt wird kaum eingegangen. Irgendwie habe ich mir hier mehr versprochen.

 

Mit den Charakteren habe ich so meine Probleme. Normalerweise fällt es mir leicht, mich in Figuren einzufinden, aber hier… ich bin mit keinem so richtig warm geworden. Klar, ich weiß, dass 17jährige nicht immer so zu greifen sind. Aber ich mag das Verhalten Juliettes gegenüber David nicht, sie spielt mit ihm und seinen Gefühlen.

 

*Fazit*

Die Geschichte "Es war einmal in Brooklyn" löst bei mir ein ambivalentes Gefühl aus, welches mir sehr leid tut. Möglicherweise befinde ich mich aktuell in einer Phase, in der ich Schwierigkeiten mit Coming-of-Age-Romanen habe. Daher kann ich nur eine bedingte Leseempfehlung geben, es ist am besten, wenn man sich selbst einen Eindruck verschafft. Ich werde mir auf jeden Fall ihren ersten Roman anschauen und lesen, denn ihren Schreibstil finde ich gut.

 

Mein Dank geht an Rowohlt, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.